Urananreicherung stoppen

Urananreicherung in Deutschland verbieten

Urananreicherungsanlage Gronau sofort stilllegen

 Seit dem frühen Morgen blockierten gestern Atomkraftgegner die Hauptzufahrt zur bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage (UAA) im westfälischen Gronau. Mit der Aktion forderten die Demonstranten die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau sowie ein gesetzliches Verbot der Urananreicherung in Deutschland.

Bereits am Sonntag hatten rund 400 Atomkraftgegner gegen den Weiterbetrieb der UAA in Gronau demonstriert. Die Atomkraftgegner kritisieren inbesondere, dass die Stilllegung der UAA nicht Teil der Atomausstiegsgesetze in Berlin ist.

Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen sowie die Gruppe SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster solidarisieren sich mit der Aktion in Gronau. „Wer in Deutschland aus der Atomenergie aussteigen will, muss bei der Urananreicherung beginnen. Die UAA Gronau wird seit Jahren massiv ausgebaut und versorgt zur Zeit rund 7% des Weltmarktes mit angereichertem Uran zur Brennelementefertigung, das entspricht dem Uranbrennstoff für rund 30 AKW weltweit ! Nach dem Ende des Ausbaus kann aus Gronau sogar 10% des AKW-Weltmarktes beliefert werden – damit hat die UAA Gronau eine weltweit zentrale Stellung für die Nutzung der Atomenergie,“ verdeutlicht Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

 „Wenn die Bundesregierung sich weigert, die Urananreicherung in Deutschland zu beenden, muss die Landesregierung in Düsseldorf als Atomaufsicht einen klaren Kurs fahren. Die Urananlage ist nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert und die Transportbehälter halten selbst nach Angaben der Betreiber schwere Brände nicht aus. Zudem soll in Gronau Ende des Jahres mit dem Bau eines großen Uran-Zwischenlagers begonnen werden, ohne dass die Endlagerung des radioaktiven Uranmülls geklärt ist. Bereits jetzt lagern auf dem Betriebsgelände Uranfässer unter freiem Himmel. Rot-Grün in Düsseldorf muss die Betriebsgenehmigung widerrufen,“ ergänzt Mahttias Eickhoff von der Gruppe SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.

Die UAA wird vom internationalen Konzern Urenco betrieben, der zu einem Drittel der britischen und der niederländischen Regierung gehört. Das letzte Drittel teilen sich die Energiekonzerne RWE und EON. Die Urenco betreibt weitere Urananreicherungsanlagen in Almelo/Niederlande, Capenhurst/Großbritannien sowie in den USA. „Es darf nicht sein, dass die Urananreicherungsanlage Gronau ungestört weiter die Risiken eines Super-GAUs in alle Welt exportiert. Sogar der Fukushima-Betreiber Tepco gehört zu den Kunden von Urenco. Ca. 97 % des angereicherten Urans aus Gronau werden exportiert. Aufgrund des Atomausstiegs in Deutschland muss die Urananreicherung in Deutschland gesetzlich verboten werden,“ so Hesters und Eickhoff.

Mehr Uran – Infos:  http://www.robinwood.de/UAA-Gronau.682.0.html

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